Russische Lateinschule

Sehenswürdigkeiten in Ruše, die einen Besuch wert sind

Russische Lateinschule

Die sechsklassige Lateinschule wurde 1645 auf Initiative eines Einheimischen, des Vikars Jurij Kozina, gegründet. Die Schule war für den Ort von unschätzbarem Wert, da Ruše während ihrer Betriebszeit bis 1758 ein weitläufiges kulturelles und bildungspolitisches Zentrum war. Die Nachkommen bekannter Adelsfamilien (Attems, Herberstein, Tattenbach, Thurn usw.) besuchten sie.

In 113 Jahren besuchten 6600 Schüler die Schule, darunter mehr als 300 Einheimische. Die Schule erlebte eine besondere Blütezeit während der Rektorschaft des Einheimischen, Pfarrer Luka Jamnik. Ihm ist es zu verdanken, dass am »Ruško nedeljo« (Ruška Sonntag), dem Fest der Ruška Pfarrei, Anfang September auf dem Platz vor der Kirche Theateraufführungen stattfanden, die den Beginn der reichen kulturellen Entwicklung von Ruše bedeuten.

Im Jahr 1680 wurde aus allerlei Grünzeug auf dem Friedhof eine Theaterbühne errichtet, auf der am 14. September nachmittags einheimische Schauspieler zum ersten Mal ein Theaterstück zu Ehren der mächtigen Schutzpatronin von Ruše, Maria, aufführten. (Eintrag in der Kirchenchronik von Ruše 53b)

Diese Spiele waren eng mit der Lateinschule verbunden (die hier von 1645 bis 1760 existierte) und wurden erstmals in der Zeit eingeführt, als diese Schule ihren Höhepunkt erreichte. Sie wurden von Luka Jamnik, Pfarrer und damaligem Direktor dieser Schule, organisiert. Nach seinem Tod wurden diese Spiele von seinen Nachfolgern fast ein halbes Jahrhundert lang fortgesetzt. Normalerweise wurden sie dazu benutzt, das Schuljahr abzuschließen. Höchstwahrscheinlich hatten die Aufführungen den Charakter von jesuitischen Schulspielen, es ist aber auch möglich, dass ihnen benediktinische Schulspiele als Vorbild dienten. Die Spiele richteten sich vor allem an Pilger, die zu dieser Zeit in großer Zahl nach Ruše kamen, insbesondere an den sogenannten Ruška Subota oder Sonntag, d. h. den ersten Sonntag nach Mariä Geburt (Fest am 8. September), an dem der Name der Jungfrau Maria gefeiert wurde. Der Inhalt dieser Spiele wurde größtenteils so gewählt, dass er die Jungfrau Maria und vor allem die Ruška Mater Božja feierte. Der Text dieser Spiele war wahrscheinlich lateinisch (als Übung im Lateinischen für die Schüler dieser Schule). Ohne Zweifel waren jedoch Abschnitte in slowenischer Volkssprache, insbesondere in komischen Szenen, in diesen lateinischen Text eingefügt. An der Lateinschule wurde neben Deutsch auch Slowenisch eingeführt, zumindest in der ersten Klasse. 

Um 1700 berichtet ein Chronist über ein Gedicht, das anlässlich des Sonntags der Kirchweihfeier auf einer Bühne in deutscher Sprache rezitiert wurde. Am Russen-Samstag wurde dieses Gedicht in slowenischer Sprache vor einer sehr großen Menschenmenge wiederholt. 

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